Grünland – vielfältiger Lebensraum mit uralter Tradition

Noch stehen die allerneuesten Zahlenwerte aus. Doch bereits heute zeigt sich unübersehbar: Der schon Jahrzehnte anhaltende Rückgang einer der wohl traditionsreichsten Landnutzungs- formen im mittleren Europa schreitet nicht nur bundes- und landesweit, sondern auch in der Region Göttingen unvermindert fort – ja hat sich in jüngster Zeit sogar noch spürbar verstärkt. Mit vielerorts dramatischen Folgen, ist Grünland in seinen verschiedensten Ausprägungen und Varianten doch weit mehr als nur eine schlichte Anbaufläche für Grünfutter für unser Nutzvieh. Will man den wirklichen Wert dieser schwindenden Form der landwirtschaftlichen Bodennutzung erfassen, reicht eine Betrachtung nach rein ökonomischen Maßstäben bei weitem nicht aus.

Lange Zeit wurden die ersten Anfänge einer systematischen Grünlandwirtschaft auf die frühen Bauern- und Hirtenkulturen der Jungsteinzeit datiert, wo sich die geregelte Viehhaltung allmäh- lich zu einer zweiten, tragenden Säule der Landwirtschaft neben dem Ackerbau entwickelte. Doch mittlerweile mehren sich die Indizien, nach denen bereits manche nacheiszeitliche Jäger- gruppen gezielt Flächenbrände entfachten, um zumindest in Teilen der Landschaft eine natür- liche Wiederbewaldung zu verhindern bzw. zu verzögern und auf diesem Wege bessere Lebens- bedingungen für ihre bevorzugte Jagdbeute – namentlich große Pflanzenfresser – zu schaffen. In den offenen und halboffenen Landschaftspartien konnten sich so nicht nur größere Bestände an Beutetieren halten. Auch die Jagd selbst wurde dadurch erleichtert und ungleich [...]
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